Auf studentischen Konten sind die Einnahmen und Ausgaben eher mickrig. Vor allem die Einnahmen. Bei einer Universität sieht das schon ganz anders aus. Hier wird mit aus studen-tischer Sicht utopischen Summen jongliert. Seht selbst!

BAföG-Millionen: 19 Millionen Euro bekommt das Land Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr zusätzlich für Bildungsausgaben, weil der Bund die Bildungsförderung komplett übernimmt und dadurch die Haushalte der Länder entlastet. Auch die Universität Greifwald wird davon profitieren. Die genaue Höhe der nach Greifswald fließenden Gelder wurde am 05. März in Schwerin beschlossen. Eine Vorauszahlung in Höhe von 1,4 Millionen Euro floss bereits zu Beginn dieses Jahres an unsere Alma Mater. Das zusätzliche Geld wird dem Haushaltsplan entsprechend mittels eines Schlüssels, der sich an den Beschäftigtenzahlen der jeweiligen Einrichtung orientiert, aufgeteilt.

Sachaufwendungen: 1,5 Millionen Euro gibt die Universität dieses Jahr für die Reinigung von Gebäuden und die Entsorgung von Abfall aus.

Drittmittel: 22 Millionen Euro plant die Universität laut Wirtschaftsplan vom Land, dem Bund, aus der Wirtschaft und durch Spenden einzunehmen. 200 000 Euro sollen dabei von privaten Spendern kommen. Die aktuellen Zahlen waren vor dem Abschluss des Geschäftsjahres noch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.

Eigeneinnahmen der Universität:  Die Universität erwirtschaftet im kommenden Jahr 1 800 500 Euro aus der Bewirtschaftung oder Vermietung ihrer Grundstücke sowie durch Forschung und Lehre.

Semestergebühren: 61 Euro muss jeder Studierende bezahlen, wenn er weiter studieren möchte. Bei Neuimmatrikulierten sind es durch eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr 66 Euro. 8 Euro bekommt davon die Studierendenschaft, 47 Euro das Studentenwerk und 6 Euro Rückmeldegebühr werden von der Universität erhoben. Rund 11 000 Studierende waren für das Wintersemester 2014/15 eingeschrieben. Dadurch entstanden Einnahmen von insgesamt 695 666 Euro.

Personalkosten: 47 Millionen Euro muss die Uni dieses Jahr aufwenden, um ihre Personalkosten zu decken. Eine Deckung von 100 Prozent wird dabei nie erreicht. Durch die zusätzlichen BAföG-Mittel können 96,3 Prozent der Personalkosten in den einzelnen Fakultäten finanziert werden. Da die Philosophische Fakultät Stellen kürzen muss, führt diese Deckung in den Geisteswissenschaften zu insgesamt weniger absoluten Mitteln als in den Vorjahren. Entlohnt werden müssen außerdem das Bibliothekspersonal sowie das Personal der Verwaltung, des Studienkollegs und des Universitätsrechenzentrums.

Projekte der Universität: 252 650 Euro gibt die Uni dieses Jahr zur Finanzierung von Projekten aus. Darunter fallen Projekte zur Unterstützung von Studium und Lehre und die Finanzierung der Restdauer des Projekts CO²-neutrale Universität.

Bau- und Bauunterhaltungsmaßnahmen: 745 000 Euro sind der Universität im laufenden Jahr ihre Gebäude wert.

Wohnsitzprämie: 374 000 Euro gibt es dieses Jahr vom Land für die aus anderen Bundesländern kommenden Studierenden, die ihren Hauptwohnsitz in der Hansestadt angemeldet haben. 177 000 Euro waren es im letzten Jahr. Melden sich mehr als 50 Prozent der Studierenden eines Studiengangs in einem Semester um, bekommt die Universität für jeden weiteren Studierenden tausend Euro und das drei Jahre lang. Das Geld wird unter der Universitätsleitung, der Studierendenschaft und den Fachschaftsräten aufgeteilt, deren Institute zur Wohnsitzprämie beigetragen haben. moritz. hat im mm107 bereits mit einem längeren Artikel darüber berichtet. Übrigens: Ihr könnt euch immer noch ummelden und der Universität, euren Kommilitonen und euch selbst einen Gefallen tun.

 

* Alle Angaben stammen aus dem Wirtschaftsplan 2015/16 und der Mittelverteilung 2015, die auf der Senatssitzung am 4. Februar 2015 beschlossen wurden.

von Vincent Roth und Lisa Klauke-Kerstan

Grafik: Lisa Sprenger