Vorhang auf, Lauscher an, Mäuler zu! Liebes Publikum, hier kommt die verfasste Studierendenschaft der Universität Greifswald! Applaus bitte! Die moritz.medien machten die letzte ordentliche Sitzung des Studierendenparlaments (StuPa) am 20. Januar 2015 zur Theatervorstellung. Mit Eintrittskarten, feiner Abendgarderobe, Autogrammen und allem, was dazu gehört. Nur das Genre lässt sich nicht richtig feststellen. Ist das StuPa ein Puppentheater? Aber wer ist dann der Strippenzieher, der verborgene Herr der Puppen? Die Landesregierung, da dieses Theater an ihre Regeln gebunden ist oder die Rechtsaufsicht, schließlich kann sie die Beschlüsse des höchsten Organs der Studierendenschaft blockieren.

Sollten vielleicht alle Studierenden gemeinsam die Fäden in der Hand halten? Die Vorstellung ist doch schließlich für sie. Oder sind die Mitglieder des StuPa alle Aus-dem-Bauch-heraus-Redner und halten ihre Fäden selbst in der Hand? Aber mal ehrlich, wer geht denn heute noch ins Theater? Das sind doch immer nur die Gleichen. Vielleicht liegt das am Programm oder an der harten Konkurrenz. Das Stammpublikum macht sich über die Schauspieler lustig und hält das Ganze für eine Komödie, von der es glaubt, die Handlung zu verstehen. Spaß und Unterhaltung ist doch aber der Grund für einen Theaterbesuch. Warum soll man deshalb nicht das alte Theater modernisieren und Elemente aus der Spielewelt integrieren. Gamification. Schließlich gibt es doch auch Spiele, die von Theatervorstellungen handeln.

von Vincent Roth

Foto: Isabel Kockro