Sowohl Die Linke als auch die Alternative für Deutschland unterstützen den Antrag der SPD. Auch Piraten und Grüne ziehen mit. Die FDP aber schießt quer und ist dagegen. Und der einzige Beitrag der CDU erfolgt in Form einer Pressemitteilung. Die politische Konstellation in der Debatte um die schlussendlich in der Bürgerschaft beschlossene Mietpreisbremse wirkt ungewöhnlich. Besonders deutlich wurde dies auf der vom Aktionsbündnis für bezahlbaren Wohnraum organisierten Podiumsdiskussion am 10. April im Rathaus. Aber braucht Greifswald überhaupt eine Mietpreisbremse?

Die Faktenlage zeigt sich wie folgt: Die durchschnittlichen Mieten in Greifswald sind besonders seit 2012 stark gestiegen. Zwar herrschen noch lange keine Münchener Verhältnisse, dennoch liegt die Stadt auch in Bezug auf die gesamten neuen Bundesländer weit über dem Durchschnitt. So beträgt die Miete für eine 30 Quadratmeter große Wohnung in Greifswald 9,30 Euro pro Quadratmeter, in gesamt Mecklenburg-Vorpommern 6,98 Euro. Die Befürworter sehen die Maßnahmen als einzige Möglichkeit an, weiter steigenden Mieten ein Stopp-Schild entgegen zu halten. Die Gegner hingegen kritisieren, dass nur ein kleiner Teil der Wohnungen überhaupt von den Regelungen betroffen wäre und noch keine Pläne für die Zeit nach dem Auslaufen der für fünf Jahre angesetzten Maßnahmen existieren. Tatsächlich soll die Mietpreisbremse nur für die städtische Wohnungsverwaltungsgesellschaft WVG gelten, der rund 35 Prozent der Wohnungen in Greifswald gehören. Andere Wohnungsanbieter werden nicht ausgebremst.

von Juliane Stöver

Foto: Lisa Klauke-Kerstan