Horst Femfert

Die Käthe-Kollwitz-Schule ist eine einzige Baustelle. Doch hier, zwischen Marktplatz und Hafen, findet seit einigen Jahren das Boxtraining des Box- und Freizeitclubs Greifswald statt. Unter der Leitung des Cheftrainers Horst Femfert und seines Trainerteams wird hier unter der Woche tägliches Training geboten. Ob Anfänger oder angehender Profi spielt dabei keine Rolle, solange man bereit ist, im harten Training an seine Grenzen zu gehen.

Wie sind Sie zum Boxsport gekommen?
Zum Boxen bin ich durch meine Kumpels gekommen. Die haben das damals schon hier in Greifswald gemacht und dann habe ich auch angefangen.

Was fasziniert Sie am Boxen, dass Sie so ewig dabei geblieben sind?
Wer einmal geboxt hat, der hört nicht wieder damit auf. Man nimmt viele Dinge mit, für die sportliche Entwicklung und auch für die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Zunächst einmal steht man alleine im Ring, muss alleine entscheiden, zu welchem Zeitpunkt man was macht. Dann auch die Erziehung, das bewusst harte Training, das durchgeführt wird. Viele Dinge, die man so in anderen Sportarten nicht hat, die gerade beim Boxen besonders ausgeprägt sind: Disziplin, Ordnung und viele sportliche Aspekte- insbesondere koordinative Fähigkeiten wie zum Beispiel Schnellkraft, Gewandtheit, Beweglichkeit, die dann zu einer großen Entwicklung des eigenen Körpers beitragen.

Was würden Sie als größten Erfolg in ihrer Zeit als Boxtrainer bezeichnen?
Einer der größten Erfolge, das ist sicherlich der Sebastian Sylvester, der hier bei uns seine Entwicklung genommen hat. Mit neun Jahren hat er angefangen hier in unserem Verein zu trainieren und hat sich dann sehr gut entwickelt. Über die Landesmeisterschaften, über die deutschen Meisterschaften, internationaler deutscher Meister, hat dann die Qualifikation für die Weltmeisterschaften der Junioren geschafft. Musste sich dort aber dann gegen den späteren Turniersieger geschlagen geben, aber dies war auch ein sehr umstrittenes Urteil. Nachdem er sich bei uns dann noch weiter entwickelt hatte, ist er zu einem Profiverein gewechselt, zum Wiking-Boxteam nach Berlin. Dort dann seine Laufbahn weitergeführt und seine sportlichen Fähigkeiten weiterentwickelt und ist so dann Europameister und schließlich Weltmeister geworden.

Es wird gerne mal behauptet, dass Boxen ja gar keine richtige Sportart sei und dass sich dort nur „sinnlos“ geprügelt werde. Ist ihnen das schon untergekommen und was erwidern Sie darauf?
Mir ist das schon öfter untergekommen. Ich habe dann einfach gesagt: Probiert es mal aus. Kommt her zu uns, macht hier mal ein Probetraining, probiert zwei bis drei Mal mitzutrainieren, dann wird sich eure Meinung sicherlich ändern. Wir kommen hier nicht nur her und hauen uns gegenseitig auf die Köpfe, sondern hier wird, dementsprechend, ein vernünftiges und ordentliches Training aufgebaut und abgewickelt.

Welche anderen Sportarten faszinieren Sie außerhalb des Boxsports?
Ich habe vor allen Sportarten Hochachtung und vor allen, die Sport betreiben. Ob Boxen, Ringen oder Judo, ganz egal, jeder hat an seiner Sportart seinen Spaß und seine Freude. Jeder hat das Ziel erfolgreich zu sein und natürlich arbeitet jeder Trainer daraufhin und versucht den Kindern, die dementsprechende Ausbildung zu bieten.

Der beste Boxer aller Zeiten ist?
Für mich ist Cassius Clay beziehungsweise Muhammad Ali besonders faszinierend. Der damals zu meiner Zeit geboxt hat und ganz hervorragend ausgebildet war und außerdem sicherlich eine äußerst gute Technik und Taktik besessen hat. Ist ja, dementsprechend, auch mehrfacher Weltmeister gewesen. Also das war für mich einer, der ganz oben war.

Herr Femfert, vielen Dank für das
Gespräch.

Das Gespräch führte Aaron Jeuther.

Foto: Aaron Jeuther