Seit einem Vierteljahrhundert hat die Erde einen kosmischen Begleiter, der unser Bild vom Weltall revolutioniert hat. Im Jahre 1990 startete die amerikanische Raumfahrtagentur NASA (National Aeronautics and Space Administration) zusammen mit ihrer europäischen Schwester ESA (European Space Administration) das Hubble-Projekt und beförderte das gleichnamige Weltraumteleskop in den Orbit. Das Ziel der Mission war es, die für die Beobachtung der Sterne störende Atmosphäre zu umgehen und einen tieferen Blick in die unermesslichen Weiten zwischen den Sternen zu werfen.

Vom grundlegenden Aufbau unterscheidet sich das Spiegelteleskop dabei nicht von seinen Verwandten in den Observatorien auf der Erde: Licht trifft auf einen großen Spiegel und wird auf einen Projektor, in der Regel ist dies ein Film oder eine Leinwand, geworfen. Genauso funktioniert auch das 91 Jahre alte Teleskop in der Sternwarte über der Alten Physik in Greifswald. Nur, dass Hubble mit einer Länge von 13,5 Metern an die zehn Meter länger und gegen kosmische Einflüsse wie Strahlung und herumrasende Partikel gepanzert ist. Zudem haben wir in Greifswald das Problem der störenden Atmosphäre. Daher endete nach dem Zweiten Weltkrieg auch die astronomische Forschungstätigkeit in Greifswald. Seit fünf Jahren wird es dennoch genutzt, um Interessierten einen kleinen Einblick in den Sternenhimmel zu geben. Und während das Greifswalder Teleskop fest am Boden steht, zieht Hubble mit 7,5 Kilometern die Stunde seine Runden über unseren Köpfen.

von Juliane Stöver

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