Liebe Leserinnen und Leser,

die moritz.medien sind studentische Medien, welche von der ehrenamtlichen Arbeit der Studierenden als Redakteure leben und für eine kreativ-bunte, parteienunabhängige und pluralistisch-progressive Ausrichtung in der Berichterstattung stehen. Neben den Redaktionen magazin, web und tv wird auch zu jedem Semesterbeginn ein Kalender für die Studierenden herausgegeben – der  sommer.- und der winter.moritz. Auch dieser Kalender wird ehrenamtlich geschrieben und gelayoutet. Seit 1998 erscheint in jedem Magazin sowie den Kalendern ein Comic-Strip des Cartoonisten Kai-Uwe Makowski.
Der Tapir-Comic „Respekt“ aus dem aktuellen sommer.moritz hat im Netz für Unruhe gesorgt, weshalb wir hier zu dem Vorwurf, rassistisches Gedankengut abgedruckt zu haben, Stellung nehmen möchten.
Der Tapir ist ein in Greifswald seit vielen Jahren für seine bissige Satire bekannter Comic.
Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglichem Inhalt, der andere Menschen in ihrer  Herkunft diskriminiert, und entschuldigen uns ausdrücklich bei allen, die sich von dem Comic verletzt fühlen. In Zukunft werden wir satirische Inhalte besonders im Blick behalten und darauf achten, dass sie den schmalen Grad zur Geschmacklosigkeit nicht noch einmal überschreiten, ohne die spitze Zunge zu verlieren. In keiner Art und Weise möchten wir rassistischem Gedankengut Vorschub leisten.

Die Chefredaktion und Geschäftsführung,                                                                                                                                                                                 
Lisa Klauke-Kerstan, Paul Zimansky und Enzo Petzold

Das sagt der Autor Kai-Uwe Makowski dazu:

Satire kann sehr unterschiedlich auftreten. Satire kann subtil sein. Subtilität kommt in dem Cartoon „Respekt“ nicht vor. Das ist kein Zufall. Satire darf nämlich auch weh tun. Sie muss es sogar. Wenn das zum Nachdenken anregt ist das gut. Wenn es offene Diskussionen zur Folge hat ist das ganz hervorragend.
Gegenstand der Diskussion sollten eigentlich die Missstände sein, welche durch die Satire angeprangert werden. Natürlich kann auch der satirische Beitrag an sich kritisiert werden. Der eine versteht ihn, der andere nicht, dem einen gefällt er, dem anderen eben nicht.
Problematisch wird es allerdings, wenn Berufsbetroffene und die Bedenkenträger der „political correctness“ sich echauffieren und Entschuldigungen oder gar ein Verbot von Satire verlangen. Das widerspricht gleich mehreren Prinzipien freier, pluralistischer Gesellschaftsordnungen. Es schränkt sowohl die Freiheit der Kunst ein, als auch das Recht auf freie Meinungsäußerung. Wer heute Satire verbieten oder mit Warnschildern kennzeichnen will, der verbrennt morgen Bücher. Das haben wir in diesem Land schon mal versucht. Und für alle, die das nicht mitbekommen haben: Dieser Versuch war kein Erfolgsmodell.
Wer Angst davor hat, mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert zu werden, der kann die Bunte lesen, das goldene Blatt oder die neue Micky Maus. Wer Spass an provokanter Satire hat, der liest den Tapir, schaltet sein Hirn ein und erfreut sich an der Bloßstellung von Stammtischmentalität und reaktionärem Gedankengut.

Mit freundlichen Grüßen
Kai-Uwe Makowski