Rezension

ER, der Drehbuchautor, Hauptdarsteller ohne Namen, glaubt nicht an die wahre Liebe und hält es nie lange mit derselben Frau aus. Auf einer Charity-Veranstaltung trifft ER schließlich SIE, ebenfalls ohne Namen, der es genauso geht. Als ER mit ihrem Charme dann konfrontiert wird, passiert es schließlich doch: ER kann nicht aufhören, an SIE zu denken. Doch seine Freunde, die in Sachen Liebe auch eher praktisch veranlagt sind, versuchen ihm die Romanze auszureden. Trotzdem besucht ER fast jede Charity-Gala, um SIE wiederzusehen,  nur um schließlich zu erfahren, dass SIE bereits verlobt ist. Daraufhin beginnt das große Auf und Ab der Gefühle, denn SIE liebt ihren Verlobten gar nicht, aber gleichzeitig sucht SIE um jeden Preis nach Beständigkeit. An diesem Punkt hat man sich endlich in die Story reingedacht und akzeptiert, dass die Hauptdarsteller keine Namen tragen, alle Nebenfiguren verwirrenderweise aber doch.

Die Handlung entschädigt dafür jedoch an vielen Stellen mit viel Witz, und ist teilweise gar intellektuell und tiefgründig gestaltet. An sich ist das Thema „Liebe mit Problemen“ nichts Neues, doch die Idee, wie SIE sich heftig gegen die Liebe wehrt, ist immerhin sehr kreativ gestaltet.

Wenn ER mit seinen Freunden über Liebe redet, ist die Kaltherzigkeit noch im freundlichsten Sinne sexistisch, doch auch die anderen haben jeweils ihre kleinen Geheimnisse und die Fassaden fallen immer mehr im Laufe des Films. Ganz nett sind zudem die Anekdoten, in denen die Gedanken von IHM in Comicform Gestalt annehmen oder ER sich seine Wunschgeschichten immer mit sich selbst und IHR zusammen vorstellt, wodurch der Beruf des Drehbuchautors zur Geltung kommt.

So hat „Playing it cool“ zwar seine Makel und  wird zwischendurch manchmal langweilig. Doch im Zusammenhang betrachtet, muss man am Ende schon schmunzeln, wenn man sich das nicht ganz so vorhersehbare Ende anschaut.

von Sophie Gros

Foto: ©Universum Film Home Entertainment