1, 2 oder 3 – ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr wenn das Licht angeht. Oder wenn Greifswald endlich einen neuen Oberbürgermeister hat. Im Oktober könnte es nämlich soweit sein, dass die Greifswalder zum dritten Mal an die Urne gebeten werden.

Neue Runde neues Glück. Beim ersten Durchgang konnte keiner der drei Kandidaten eine absolute Mehrheit erreichen. Der studentische Kandidat Björn Wieland nahm das Ganze nach dem ersten Wahlgang mit Humor: „Mit 6,1 Prozent schaffe ich allein den Wechsel in Greifswald‬!“ Nicht ganz Björn, denn Stefan Fassbinder, der grüne Kandidat, gewann zwar in der zweiten Runde in einer Stichwahl gegen den Herausforderer Jörg Hochheim von der CDU mit knapp 15 Stimmen, aber er hat sich zu früh gefreut. Ihm kam eine Fußmatte im Wahlbüro 093 in die Quere. Diese rutschte unter der Tür hervor und verhinderte knappe 90 Minuten lang den Zutritt zur Urne, ein Verstoß gegen die Wahlordnung. Wie alle schlimmen Schurken ist sie jetzt berühmt!

Drei eifrige Bürger legten nämlich Widerspruch gegen das Wahlergebnis ein. Einer davon ist der bisherige Verlierer Hochheim. Im Juni konstituierte sich daraufhin ein Wahlprüfungsausschuss. Ende August war er fertig mit dem Prüfen und empfahl der Bürgerschaft das bisherige Wahlergebnis anzuerkennen,  denn er „hält den Verstoß mehrheitlich für nicht erheblich“.  Ob wir nun erneut an einem Sonntag das Haus verlassen müssen, entschied die Bürgerschaft am 28.September. Fest steht: Lang lebe die Fußmatte!

von Lisa Klauke-Kerstan

Foto: Isabel Kockro