Rezension

Katy Swartz ist ein ganz normales Mädchen. Sie ist verrückt nach Büchern und führt ihren eigenen Bücherblog. Nach dem Tod des Vaters  zieht sie mit ihrer Mutter in das kleine Ketterman in West Virginia, um dort ein neues Leben zu beginnen. Hier lernt sie die liebenswerte Dee, mit der sie sich von Anfang an richtig gut versteht, und ihren Bruder Daemon kennen. „Ein Arschloch“, um es einmal mit Katys Worten zu sagen. Es geschehen einige unerklärliche Dinge und Katy zweifelt schon an ihrem Verstand.

„Glaubst du wirklich, dass die Erde – dieser Planet – der einzige Ort in diesem riesigen, endlosen Universum wäre, auf dem es Leben gibt?“

Als sie fast von einem LKW überfahren wird und Daemon zur Stelle ist, um sie zu retten, kommt das große Geheimnis ans Licht: Daemon, Dee und viele weitere stammen nicht von dieser Erde, ja nicht einmal aus unserem Sonnensystem. Sie sind die Lux, eine Spezies aus Licht, die von weit her aus ihrem Zuhause vertrieben wurde und nun auf der Erde Zuflucht gefunden hat. Jedoch sind sie auch hier nicht sicher. Die Arum, dunkle Schattenwesen, wollen ihnen an den Kragen, ihre Kräfte rauben, und auch die Menschen sind ihnen nicht wohlgesonnen. Das Verteidigungsministerium stellt keine minder gefährliche Bedrohung dar und auch für Katy wird es immer gefährlicher, nachdem sie im Kampf gegen einen Arum lebensbedrohlich verletzt und von Daemon geheilt wurde. Seitdem verfügt sie über die gleichen Fähigkeiten wie die Lux. Die Schlinge zieht sich nun immer weiter zu und genau an diesem Punkt setzt die Handlung von „Opal – Schattenglanz“ ein, dem dritten Teil der Lux-Reihe. Er schließt an die Vorgängerbände Obsidian und Onyx an.
Dawson, der totgeglaubte Bruder Daemons und Dees, der vom Verteidigungsministerium gefangen gehalten wurde, ist wieder zurück. Daemon und Katy kommen sich endlich näher … es könnte alles so schön sein. Wäre da nicht das Verteidigunsministerium, das stets wie ein dunkler Schatten über allen zu schweben scheint.

„ Ich weiß. Du kannst ohne mich nicht leben.“

Wie auch schon in den ersten beiden Bänden erfahren wir die Geschichte wieder hautnah aus der Sicht von Katy. Zu Beginn braucht es etwas Zeit, bis die Handlung in Fahrt kommt. Das tut dem Ganzen aber dennoch keinerlei Abbruch. Dieser Aufbau wird meiner Meinung nach einfach benötigt, um den Figuren den besonderen Tiefgang zu geben. Hier kratzt die Autorin Armentrout nicht nur an der Oberfläche, sondern zieht uns in die Gefühlswelten der Figuren direkt hinein und das macht das Lesen dieser Bücherreihe umso realistischer.

Die erste Hälfte handelt hauptsächlich von Katys und Daemons Beziehungsentwicklung. Mal fühlen sie sich unglaublich stark zueinander hingezogen, dann plötzlich zoffen sie sich, um dann schließlich doch wieder ein Herz und eine Seele zu sein. Das zieht sich auch eine Weile so durch das Buch und hätte für mich gerne etwas weniger breitgetreten werden können. Wenn bei den beiden nun aber mal halbwegs heile Welt ist, dann breitet sich die zerbrochene Freundschaft zwischen Dee und Katy wie eine finstere Wolke des Trübsals über der Liebesstimmung aus. Gerade diese Gefühlskälte stimmt Katy und somit auch mich als Leserin ziemlich traurig. Hinzu kommt noch die ständige Sorge um Dawson, der kurz davor ist, sein Leben für Beth aufs Spiel zu setzen, welche noch immer vom Verteidigungsministerum gefangen gehalten wird.
Die Geschichte dümpelt relativ lange vor sich hin. Ich selbst empfand das trotz allem aber nicht als langweilig! Armentrouts Charaktere sind einfach unglaublich gut ausgearbeitet, sodass man stets mit den Figuren mitfühlen kann. Diese übernatürliche Liebesgeschichte hat eben etwas für sich.

„Ich konnte es nicht glauben. Es war unmöglich. Ich wollte es nicht glauben.“

Die Geschichte nimmt wieder an Fahrt auf, als ein neuer Stein, ein Opal, auftaucht und viele neue Sorgen mit sich bringt. Der Opal stärkt die Kräfte der Lux und wird später als Armband am Handgelenk bei einer nahestehenden Freundin von Katy entdeckt. Das kam dann doch sehr überraschend für mich. Aber nicht nur der Opal taucht auf, sondern auch eine verschwunden geglaubte Person: Blake. Das finden weder Katy, Daemon noch die anderen Lux erfreulich, denn er war es, der die Schuld am Tod Adams, Dees Freund, trägt. Um Dawson selbst und natürlich auch Beth in Sicherheit zu wissen, starten Katy, Daemon und einige der Lux dennoch zusammen mit dem zwielichtigen Blake eine Rettungsaktion. Diese führt sie tief hinein in das Verteidigungsministerium. Was für Spannungsmomente den Leser dort erwarten, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

Auch wenn die Geschichte um Katy und die Lux etwas an die Bis(s)-Tetralogie erinnert, bin ich selbst von der Lux-Reihe absolut begeistert und schon äußerst gespannt auf den im Dezember erscheinenden vierten Band „Origin“, vor allem wegen des fiesen Cliffhangers.

von Isabel Kockro

Foto: ©Carlsen Verlag