Zwei Semester in Greifswald – moritz. hat im vergangenen Dezember zehn Erstsemester vor die Linse gebeten. Nun, ein Jahr später, haben sie sich wieder mit der Kamera getroffen. Ihre Blicke verraten, es hat sich was verändert.

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Carolin Neu (22)
B.Sc. Biologie

Es ist viel passiert. „Die Zeit ist total schnell rumgegangen.“ Caro ist nach dem ersten Semester in eine neue WG gezogen, von Schönwalde in die Innenstadt. Statt Klavierspielen geht sie jetzt regelmäßig laufen und versucht sich im Hochschulsport am Balletttanzen. Außerdem hat sie im letzten Jahr das Kochen für sich entdeckt. „Der Greifswalder Weihnachtsmarkt hat mich total überrascht.“

Caro kommt aus Bayern, da war der Schock über die Rummelatmosphäre quasi vorprogrammiert. Raushören kann man ihre Heimat mittlerweile nicht mehr ganz so gut. Zwischendurch war sie kurz davor ihre Sachen zu packen und zu gehen, weil das Studium anders als erwartet war. Jetzt ist sie aber froh, geblieben zu sein.

 

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Björn Ahlers (22)
B.A. Politikwissenschaft & Geschichte

„Ich würde behaupten, ich bin fast der gleiche wie vor einem Jahr.“ Björn hat nach zwei Semestern das Studienfach gewechselt. Aus Öffentlichem Recht wurde Geschichte. Mittlerweile legt er als DJ nicht mehr nur für Freunde auf, sondern war gerade zu Beginn des neuen Semesters für studentische Initiativen in der Greifswalder Clubszene unterwegs. Meist für den guten Zweck. „Die erste richtig gute Party war das Semesteropening im Kontorkeller.“

Ganz nebenbei erzählt Björn, dass er seit August mit seiner Freundin zusammenlebt. „Einige meinen, das sei zu früh, aber bis jetzt läuft‘s.“ Zusammengekommen sind sie kurz nach dem ersten Foto.

 

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Jana Brendecke (22)
Pharmazie

Ein Dorfkind, das auszog, die Welt zu entdecken. Bevor Jana nach Greifswald kam, packte sie ihren Rucksack und machte sich auf den Weg nach Island, Norwegen, über London und Miami nach Santiago de Chile, Neuseeland, Australien, Indien und Südafrika.

Die Reise hat sie selbstständig und mutig gemacht: „Ich war maximal drei Monate an einem Ort. Ich hatte immer die Möglichkeit zu gehen und wenig Verantwortung. Das hat sich mit dem Studium ziemlich radikal geändert.“ Manchmal wäre sie gerne aus Greifswald geflüchtet – gerade die Prüfungsphasen haben sie zum Grübeln gebracht.

 

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Wingolf Farold Filibert Polet (23)
Pharmazie

Gleiches Hemd. Gleiche Hose. Man könnte meinen, wir hätten dasselbe Bild zweimal abgedruckt. Aber nein, Wingolfs Brille war vor einem Jahr komplett goldfarben und hat nun zusätzlich einen schwarzen Streifen auf dem Bügel. Außerdem hat er für sich das Konstrukt der Freiheit abgeschafft. „Nach bestimmten Verhaltenstheorien wird unser Handeln immer von unserem Umfeld geprägt. Echte Freiheit ist also nicht möglich.“

Im vergangenen Jahr hat er gelernt, sein Leben selbst zu strukturieren, damit an einem Sonntag nicht der Kühlschrank leer ist. Außerdem mag Wingolf ästhetische Ordnung: „Wobei ich festgestellt habe, dass die Ordnungen, die ich erkenne, meistens für die anderen chaotisch wirken.“

 

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Tabata Dubrow (20)
Deutsch & Geographie auf Lehramt

Tabata wollte eigentlich Kunstlehrerin werden. Also schrieb sie sich für Philosophie ein, studierte aber nur Germanistik und arbeitete parallel zu den Semestern an ihrer Bewerbungsmappe für die Bildende Kunst. „Das hat dann leider nicht geklappt. Ich wurde abgelehnt.“ Seit drei Wochen sitzt sie nun in den Geografie-Vorlesungen. Noch ist es ihr ein bisschen viel Mathe.

Es hat sich noch mehr geändert: Jetzt, wo nicht mehr Mama und Papa bestimmen, was auf den Tisch kommt, kauft Tabata viel Bio. Sie hat aufgehört zu rauchen. Isst vegetarisch. „Ich finde, ich bin bodenständiger geworden.“ Gerade durch die netten und vor allem ehrlichen Menschen, die sie in Greifswald kennengelernt hat.

 

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Jonas Kettermann (21)
B.A. Politik & Philosophie

Jonas hat auf seinem Schrank einen Schuhkarton mit Erinnerungen stehen. Diesen konnte er im letzten Jahr vor allem mit Eindrücken aus der Hochschulpolitik füllen. Passend zum Studium und Freundeskreis wollte er sich politisch engagieren. Sein zweites Studienfach kommt dabei auch immer wieder zum Tragen, wenn er Menschen im Studierendenparlament mit moralischen Fragen auf den Zahn fühlt. „Ich wollte einfach mal was Neues mit reinbringen.“ Quelle dafür sind Fachbücher, die er gerne auch freiwillig in den Semesterferien liest.

Veganer ist er heute nicht mehr. „Pizza ist halt schon was Cooles.“ Fleisch kommt ihm trotzdem nicht auf den Teller. Gerade hofft Jonas auf ein Stipendium.

 

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Viktoria Widemann (20)
Pharmazie

Die Klausuren und der Lernstress haben Viktoria das letzte Jahr über in Beschlag genommen. Protokolle, Protokolle, Protokolle. Am Wochenende frisst ihre Liebe zu den Büchern ihr die Lernzeit. „Da bin ich immer total tot von der Woche, liege zu Hause rum und lese.“ In ihrer neuen Wohnung – sie ist im Laufe des Jahres aus einer unordentlichen Vierer-WG in eine helle Zweier-WG gewechselt – fühlt sie sich jetzt richtig wohl. Viktoria ist ein sehr kontrollierter Mensch.

Gerade arbeitet sie daran ihre Leselust „in den Griff zu bekommen“, um sich noch stärker aufs Studium konzentrieren zu können. Für sie ist es eine positive Bestärkung, wenn sie in Klausuren die richtigen Antworten weiß und danach strebt sie stetig.

 

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Fabian Stei (20)
Umweltwissenschaften

Am Anfang hatte Fabian relativ wenige Erwartungen an sein Studium – bekommen hat er eine Grundausbildung in allen Naturwissenschaften. „Bisher bin ich damit ziemlich zufrieden.“ Musikalisch gesehen ist er im letzten Jahr offener geworden. Neben Rock und Metal traut er sich jetzt auch an Elektro, ruhiges Zeug und teilweise Hip-Hop heran.

Knapp einem Monat nach dem ersten Foto hat er eine wundervolle Freundin gefunden. Kennengelernt haben sie sich über den gemeinsamen Freundeskreis: „Es wurden schon vorher immer Witze gemacht und gefragt, ob was zwischen uns läuft. Vor elf Monaten ist dann tatsächlich was passiert.“

 

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Julia Borchardt (22)
Pharmazie

„Ich war nicht so oft am Meer, wie ich es eigentlich gedacht hatte“. In ihrer Freizeit hat Julia lieber den Jungs im Basketballteam gezeigt, dass sie höher springen kann. Seit fünf Jahren übt sie das nun schon. Dabei ist sie fast immer fröhlich. Während unseres ersten Treffens war ihr Optimismus deutlich zu spüren, daran hat sich auch ein Jahr später wenig geändert: „Aufgegeben habe ich bis jetzt noch nicht. Nur manchmal gehe ich zu optimistisch an Prüfungen heran, da müsste ich noch fleißiger werden.“

Im Sommer hat sie sich mit den neuen Freunden aus Greifswald für eine Woche ein Ferienhaus an der Nordsee gemietet – damit ist die Strandzeit dann doch gar nicht so kurz gewesen.

 

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Jascha Goppold (20)
Pharmazie

Seit unserem ersten Treffen hat Jascha kein einziges Mal mehr Hockey gespielt, denn die Greifswalder Mannschaft trainiert in Stralsund. Deswegen sucht er jetzt nach einer neuen Wohnung, um Miete zu sparen und sich ein eigenes Auto leisten zu können.

Das Computerspielen mit Freunden hat er aber nicht aufgegeben: „Die Zeit muss man sich trotz des Studienstresses ab und zu nehmen.“ Jascha hat viel vor, er möchte später am liebsten eine Klinik leiten. Die Biologie-Prüfung ist die bisher größte Hürde auf seinem Weg dahin – mittlerweile steht ihm der dritte Versuch bevor. Sollte er tatsächlich scheitern, ist BWL sein Plan B: „Das liegt mir einfach.“

 

von Lisa Klauke-Kerstan & Jan Krause

Fotos: Jan Krause