Wo sonst E-Mail und WhatsApp-Nachricht reichen müssen, wird zu Weihnachten doch mal eine Karte gebastelt und der Goldstift aus der Schublade gekramt. Briefe haben gerade in der Weihnachtszeit Tradition. Und wer hat nicht schon mal einen Brief an den Weihnachtsmann oder ans Christkind geschrieben?

Einen Butterbrief nennt aber wohl niemand von uns heute sein Eigentum. Und doch hat auch diese Art von Brief eine gewisse Tradition, die unser heutiges Weihnachtsfest erheblich mitgeprägt hat.

Auch wenn wir es uns heute bei Schokokugeln und gebrannten Mandeln nicht vorstellen können: Eigentlich gilt der Advent als Fastenzeit. Im Mittelalter wurde das natürlich enger gesehen und entsprechend eingehalten, was dem schon damals traditionellen Christstollen einen recht langweiligen Geschmack gab, da er nur Wasser, Hafer und Öl enthielt. Butter war absolutes Luxusgut. Besonders den Adeligen schmeckte der Stollen so natürlich nicht. Dem Papst ging es vermutlich nicht anders, jedenfalls gewährte Papst Innozenz VIII im Jahr 1491 den Verzehr von Butter und anderen Milchprodukten – gegen den Kauf von dem sogenannten Butterbrief-Ablass. Das damit verdiente Geld, der Butterpfennig, wurde für den Bau von Brücken und Kirchen verwendet. Typisch katholisch, mag nun mancher Kirchenkritiker denken.

Ob mit oder ohne Butter, ich mag Christstollen trotzdem nicht und greife lieber auf schwedische Pfefferkuchen zurück. Ein Gewürz, das darin nicht enthalten ist, ist übrigens Pfeffer. In diesem Sinne: Süße Weihnachten!

von Constanze Budde

Foto: Isabel Kockro