Warum hast Du dich für ein Studium in Greifswald entschieden? Diese Frage kennen wir alle und möglicherweise auch das Gefühl, sich dabei verteidigen zu müssen. Warum also? Wegen der Nähe zur Ostsee, dem engen Kontakt zu Dozenten, der Vielfalt an Kultur oder dem Kleinstadt-Flair? Keine Frage, es gibt viele gute Gründe für die Entscheidung. Aber beachtet man als Student eigentlich auch Ergebnisse von Universitäts-Rankings? Gemessen an dem Aufwand dieser müsste ein Blick in die Statistik unabdingbar sein.

Sehen wir uns doch mal das Ergebnis des im vergangenen Oktober veröffentlichten Rankings des Time Magazines an. In diesem belegte unsere Universität einen Platz unter den 350 besten von etwa 800 untersuchten Hochschulen weltweit. Dazu kommt noch die Platzierung auf Rang zwei unter ostdeutschen Universitäten, abgesehen von Berlin. Klingt gar nicht schlecht. Schaut man etwas genauer hin, fallen aber Details auf, die das schöne Bild trüben – wie beispielsweise, dass gerade einmal fünf ostdeutsche Hochschulen bewertet wurden oder dass sich die Universität Greifswald im deutschlandweiten Vergleich im letzten Viertel befindet. Zwar brilliert die Kategorie der wissenschaftlichen Publikationen, dagegen bietet die Lehre nur ein durchschnittliches Ergebnis. Aber kein Grund zur Sorge, Ihr müsst jetzt nicht panisch die Universität wechseln. Genauso wichtig wie die Qualität der Lehre ist schließlich auch das studentische Leben. Und mit dem Professor auf Kneipentour zu gehen, das bekommt Ihr an keiner Elite-Universität.

von Rachel Calé

Foto: Rachel Calé