Die Menschen leben so vor sich hin und an der Europakreuzung werden sich immer Hansering, Wolgaster Straße, Anklamer Straße und Lange Reihe treffen. Feste Strukturen und wenig Aussicht auf Veränderung, oder? Die Demonstrationen werden andauern, die Baustellen werden nie verschwinden und alle sind gefangen im ewig gleichen Strudel von Nicht-Veränderung. Nichts zu machen. Vor allem nicht im trostlosen Winter, Hell ist es gerade einmal von 8 Uhr morgens bis 16 Uhr am Nachmittag. Wer wird da nicht lethargisch und kuschelt sich in warme Decken, greift allenfalls noch eine Kleinigkeit am Weihnachtsmarkt ab?

2015 feierte ein Mädchen seinen 70. Geburtstag. „Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt“, hat sie gesagt. An ihr können wir uns festhalten und orientieren und unser Greifswald, unsere Greifswelt, so machen, wie sie uns gefällt. Gerade in einer so kleinen Stadt sind unsere Gestaltungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten unbegrenzt. Der jetzige Oberbürgermeister hat seinen Konkurrenten mit 15 Stimmen Vorsprung geschlagen. 15 Menschen, die sich ihre eigene Welt geschaffen haben. Platz für Veränderung und Mitgestaltung ist in universitären Arbeitsgruppen und kreisweiten Initiativen überall. Eine Besetzung der freien Plätze ist wichtig für die kulturelle Vielfalt und das Miteinander. Und wir bekommen für unseren Einsatz etwas zurück: Wir können uns einen Teil der Welt so machen, widdewidde wie sie uns gefällt. Unsere Greifswelt – irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern.

von Jonas Greiten

Illustration: Lisa Klauke-Kerstan