Ohne sie geht gar nichts. Morgens geht der Radiowecker von alleine an, abends schalte ich die Stereoanlage wieder aus. Dazwischen umspielt Musik all mein Tun. Und wenn gerade kein Lied läuft – dann singe ich halt selbst. Manche Menschen singen höchstens unter der Dusche. Ich singe auch beim Spülen, beim Putzen oder anstelle einer Antwort in einem Gespräch. Es gibt für jede Situation ein Lied. Nur beim Lernen schalte ich die Musik aus. Dabei lernt man mit Musik doch angeblich besser. Das habe ich mir früher bei den Mathehausaufgaben auch gedacht. Hat nur leider nie funktioniert. Obwohl ich das meiner Mutter gerne vorgegaukelt habe. Dabei ist Bach total mathematisch.

Aber auch wenn Musik und Algebra in Kombination ansonsten nicht funktionieren, sind Lieder doch die beste Gedächtnisstütze, die ich kenne. Musik weckt Erinnerungen, die ohne Töne nicht zu fassen sind. Unsere persönliche Playlist des Lebens lässt uns mitunter vor Glück schweben, untermalt dramatisch unsere Tränen und passt zu keinem anderen. Deshalb riecht für mich „Eye of the tiger“ immer nach Sägemehl und Sarah Brightmans spanische Opernarien versetzen mich in die österreichischen Alpen. Und „Ich war noch niemals in New York“ finde ich toll, weil ich früher auf Festen so lange aufbleiben durfte, bis dieses Lied gespielt wurde – was mit 10 Jahren doch schon sehr lange war. Der Soundtrack zu dem Motion Picture Movie namens Leben ist vielseitig. John Miles hatte recht: „Music was my first love – and it will be my last.”

von Constanze Budde

Foto: Luise Fechner