Weihnachten und Silvester liegen eine ganze Weile zurück und das neue Jahr bringt einige Veränderungen mit sich. Ob man diese gut oder schlecht beurteilt, hängt ganz vom persönlichen Empfinden ab. Das Porto für Briefmarken wurde erhöht, was im Zeitalter von E-Mails, SMS und WhatsApp auch kaum verwunderlich ist. Ärgerlich nur für diejenigen unter uns, die hin und wieder Freunde und Verwandte mit einem schriftlichen Gruß überraschen möchten. Ebenso wie die Briefmarkenpreise stiegen die Beteiligungssätze für gesetzliche Krankenkassen an, die nahezu jeden betreffen. Es scheint, als würde alles um uns herum teurer werden und automatisch stellt sich uns die Frage: Können wir uns das leisten? Scheinbar schon. Denn seit über einem Jahr gilt das Gesetz des Mindestlohns für Studierende im Praktikum (MiLoG). Die Generation der Berufsanfänger, die verzweifelt für einen nicht existenten Hungerlohn möglichst viel Erfahrung aufsaugt, hat ein Ende. Schön wäre das, nicht wahr? Bei einem Blick in die Broschüre des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu dieser Thematik wird die Freude aber schnell gedämpft. In zwei Fällen zählt das MiLoG für den Arbeitgeber nicht. Erstens, wenn es sich um ein Pflichtpraktikum im Rahmen eines Studiums handelt – also so gut wie immer. Die Zahlungsbefreiung gilt zweitens für Orientierungspraktika mit einer Dauer von weniger als drei Monaten. Zusammengefasst: Die meisten Praktika sind nach wie vor nicht unvergütet. Willkommen, Generation „Schön Wär‘s!“

von Rachel Calé

Foto: Rachel Calé