Was passiert eigentlich in den Gremien, für die Ihr Eure Stimmen abgegeben habt? Was treiben die Verantwortlichen in Universität und studentischer Selbstverwaltung? Für mehr Transparenz erfahrt Ihr hier ab sofort das Neueste aus der Hoschulpolitik.

Gremienwahlen 2016

Zu Beginn des Jahres standen wieder einmal die Gremienwahlen an. Gewählt wurden das Studierendenparlament, der akademische Senat sowie die Fakultäts- und Fachschaftsräte. Bei der Wahl des Studierendenparlaments gaben knapp 2 000 Studierende ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von circa 18 Prozent und ist im Vergleich zu den Vorjahren ein Zugewinn. Felix Waltenburg, der Referent für Hochschulpolitik des Allgemeinen Studierendenausschusses, ist zufrieden und gibt ein energisches Ziel vor: „Die Wahl hat gut geklappt. Beim nächsten Mal werden es 20 Prozent sein.“ Von 27 Sitzen gingen jeweils sechs an Die PARTEI und die Hochschulgruppe Unabhängige Studierende (UnS). Fünf Mitglieder der Jungsozialisten und drei des Sozialistisch-Demokratischen Studierendenverbandes wurden ebenfalls in das Parlament gewählt. Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten und die Liberale Hochschulgruppe konnten jeweils einen Vertreter entsenden. Die restlichen fünf Sitze wurden von Studierenden besetzt, die keiner Hochschulgruppe angehören. Bei der Wahl der Fakultätsräte ist die Theologische Fakultät Spitzenreiter in Sachen Wahlbeteiligung. Mit 36 Wählern lag die Wahlbeteiligung hier bei 19 Prozent. Am niedrigsten lag die Beteiligung hingegen bei der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät. Gerade mal acht Prozent der Wahlberechtigten fanden hier den Weg zur Wahlurne. Beim akademischen Senat ist die Liste Solidarische Universität der große Gewinner. Sie konnte fast dreimal so viele Stimmen wie die zweitplatzierte Liste Neuer Campus auf sich vereinigen. Alle weiteren Einzelheiten, Infografiken und Informationen findet ihr beim webmoritz.

Studentenwohnheim Makarenkostraße 47

Seit Jahren schon befindet sich das Wohnheim in der Makarenkostraße in einem sehr schlechten Zustand und verursacht dem Studentenwerk die höchsten Unterhaltungskosten. Zu lange wurde das Problem aufgeschoben. Wie geht es weiter mit dem Sorgenkind? Als wäre die Lage nicht schon kompliziert genug gewesen, sorgten überraschende Neuigkeiten Anfang des Jahres dafür, dass die Debatte um das Gebäude vollends überkochte: Im September 2016 steht die Schließung des Wohnheims an. Dass das Studentenwerk wohl bald die finanzielle Reißleine ziehen muss, wurde im Rahmen einer Reportage des NDR im Januar publik. Mittel, die das Land Mecklenburg-Vorpommern dem Studentenwerk für die Sanierung zusicherte, kamen nie an. Sofort wurde das Wohnheim zum Thema der Sitzungen sämtlicher Gremien: Studierendenparlament, akademischer Senat, Bewohnerversammlung des Wohnheims und Vorstandssitzung des Studentenwerkes gingen in Diskussion. Dabei konnte ein kleiner Zeitgewinn für Bewohner und Unterstützer erzielt werden. Die Hoffnung auf das versprochene Geld für die Sanierung bleibt. Auch der Bürgerbeauftragte Mecklenburg-Vorpommerns, Matthias Crone, wurde zuletzt um Hilfe gebeten. Er will sich für die Zahlung der versprochenen Gelder einsetzen. Die Debatte wird nun Gegenstand des Landtages. Falls weiterhin nichts passiert, gehen spätestens im Sommersemester 2017 in dem Studentenwohnheim die Lichter aus.

Begutachtung des Bibliothekskonzepts

„Insgesamt verfügt die Universität Greifswald über mehr Nutzerarbeitsplätze als benötigt“, heißt es im Bericht des Instituts für Hochschulentwicklung zur Begutachtung des Bibliothekskonzepts. Dass von dieser Aussage nicht jeder gänzlich überzeugt war, konnte man während der Vorstellung des Gutachtens in der Senatssitzung am 20. Januar unschwer erkennen. Deutliche Gegenstimmen und Rückfragen zur Durchführungsmethode der Untersuchung waren sowohl von studentischen Senatoren, als auch aus den Reihen der anwesenden Öffentlichkeit zu vernehmen. Kritisiert wurde unter anderem die Berechnungs- und Messmethode, mit der man Bedarf und Auslastung ermittelte. Die Realität sehe jedenfalls nach Meinung einiger anders aus. Doktor Vogel vom Institut für Hochschulentwicklung entgegnete, dass an keinem Standort im Überprüfungszeitraum eine Vollauslastung gemessen worden sei. Trotzdem sei eine Umverteilung der Arbeitsplätze, insbesondere von der Zentralen Universitätsbibliothek zur Bereichsbibliothek, sinnvoll, um die Auslastungsquoten anzugleichen. Überprüft wurden außerdem die Zahlen zum Personalbedarf. Nach Einschätzung des Instituts ist zur Zeit mehr Personal vorhanden, als eigentlich benötigt wird. Für die Studierendenschaft bedeutet dies, dass die derzeitigen Öffnungszeiten an allen Standorten auch weiterhin gesichert sind. Für das Personal bedeutet es, dass nun Stellenstreichungen drohen können. Weitere Informationen erhaltet ihr beim webmoritz. Das Gutachten kann im Intranet des Senats eingesehen werden.

von Philipp Deichmann