Eine Fahrt mit dem Rad auf der Straße fördert so manchen Ärger zu Tage. Drängelnde Autofahrer, gestresste Passanten und unaufmerksame Rentner, deren Hälse zu steif sind, um Radfahrer mit ihren Blicken erfassen zu können. Am meisten Unmut erwecken jedoch die stehenden Autos mit Warnblinkanlage. Dabei dient die Warnblinkanlage laut Gesetz dem Erhaschen der Aufmerksamkeit bei Unfällen und beim Zufahren auf ein Stauende. Mittlerweile scheinen selbst anständige Bürger jede Regel vergessen zu haben und missbrauchen diese nützliche Warnfunktion ihrer Kraftfahrzeuge willkürlich und allgegenwärtig. Die Gefahren einer dermaßen wenig weitsichtigen Verletzung jeder gesellschaftlichen Norm liegen auf der Hand: Verschmälern der Fahrbahn, Provokation riskanter Überholmanöver und viele mehr. Bei jedem Ritt auf dem Drahtesel zieht man an mindestens einem Auto mit derartigem Warnlichtmissbrauch vorbei. Nach der 63-seitigen „Verordnung über die Erteilung einer Verwarnung, Regelsätze für Geldbußen und die Anordnung eines Fahrverbots wegen Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr“ wird ein solches Fehlverhalten mit einer Geldstrafe von fünf Euro geahndet. Das ist nicht ausreichend. Die Forderung nach härteren Strafen liegt wie ein elektrisches Zittern spürbar in der Luft. Auch die schärfere Ahndung dieser Verstöße sollte neben der weiter hart durchzusetzenden Kontrolle von Fahrradbeleuchtung nicht vernachlässigt werden! Nur so kann zukünftig die finanzielle Versorgung des Bundesgebietes garantiert werden.

von Jonas Greiten

Foto: Luise Fechner